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„Ich weiß, ich kann das noch“
01-03-2022

VON KARSTEN LÜBBEN

Mittelfieldspieler CHRIS DAVID (28) hat den SSV Jeddeloh II auf Anhieb besser gemacht. Sein Ziel hat er klar vor Augen: Zurück in den Profifußball!

Große Trainernamen, große Pläne: Hier spricht der Niederländer Chris David über seine Pläne im Sommer und die Zusammenarbeit mit Erik ten Hag oder Felix Magath.

Herr David, der SSV Jeddeloh II startet am Wochenende in die Abstiegsrunde und Sie sind weiterhin dabei. Weshalb hat es mit einem Wechsel im Winter nicht geklappt?
Drei Klubs haben mir ein Angebot gemacht und einige andere haben Interesse signalisiert. Mein Gefühl hat mir aber gesagt, dass ich diese Saison in Jeddeloh II zu Ende bringen sollte, weil ich mich in der Mannschaft sehr wohl fühle.

 

Viktoria Berlin hatte Interesse. Wäre das nicht lukrativ gewesen?   
Dort ist Benedetto Muzzicato als Trainer jetzt aber auch weg. So etwas habe ich schon einmal bei den Würzburger Kickers erlebt, als Marco Antwerpen wenig später entlassen wurde. Berlin könnte im Sommer noch mal eine Option werden. Früher habe ich Entscheidungen getroffen, die nicht immer ein gutes Ende hatten. Und in Jeddeloh II bin ich erst seit kurzer Zeit. Hier sind alle sehr gut zu mir.

Auch mit dem VFB Oldenburg gab es Gespräche.
Ja, der Trainer Dario Fossi ist ein Toller Mensch. Der VFB hätte mich gerne verpflichtet und das hat sich auch nicht schlecht angehört. Ich möchte aber nicht innerhalb der Regionalliga wechseln. Das macht für mich keinen Sinn. Auch, wenn ich weiß, dass Oldenburg aufsteigen will.

 

Der SSV möchte Sie gerne über den Sommer hinaus halten und stellt sich ein Modell vor, in dem Sie den Fußball mit dem Einstieg in das normale Berufsleben verbinden. Ist das für Sie interessant?
Auf keinen Fall, ich fühle mich noch als Profifußballer. Es ist ja nicht lange her, dass ich in Würzburg noch in der 2.Liga gespielt habe. Ich weiß, ich kann das noch. Ich bin jetzt 28 und hatte ja auch gute Angebote. Die Vereine haben mich nicht vergessen. So einen Vertrag, wie der SSV ihn sich vorstellt, kann ich auch am Ende meiner Karriere noch abschließen.

Auch die Zukunft von Cheftrainer Oliver Reck ist noch offen. Könnte er Ihnen einen Verbleib in Jeddeloh II schmackhaft machen?
Trainer kommen und gehen, das ist leider so. Er ist ein sehr guter Trainer mit viel Erfahrung und einer tollen menschlichen Art. Ich bin mir sicher, dass er im Sommer auch Angebote aus einer höheren Liga bekommen wird.

Sie haben schon unter größen Trainern wie Erik ten Hag, Patrick Kluivert und Martin Jol gearbeitet. Wer ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Jede hat seine eigene Art, aber sie alle haben mich im Kopf weitergebracht. Erik ten Hag ist sicherlich ein Ausnahmetrainer, wirklich ein Fußball-Freak. Er denkt den ganzen Tag nur an seineMannschaft und weiß alles über die Gegner. Wirklich alles. In jedem Spiel hat er einen Plan B, falls der Gegner doch anders aufgestellt hat. Und er weiß, wie er mit Spielern aus unterschiedlichen Kulturen umgehen muss. Schon in der Jugend bei Twente Enschede ist er auf mich aufmerksam geworden. Wir haben noch Kontakt und er sagt mir immer: „Wenn jemand etwas über dich wissen will, soll er mich einfach anrufen.“ Das bedeutet mir viel.

Von ten Hag schwärmen viele, aber Sie sind auch von Felix Magath begeistert, mit dem Sie beim FC Fulham und den Würzburger Kickers gearbeitet haben. Haben seine Methoden Ihnen nichts ausgemacht?
Felix Magath mochte meine Spielweise. Er hat mir erzählt, dass ich ein Spielertyp bin, wie er es früher selbst war. Ein technisch guter Linksfuß eben. Ich habe ihn mal aus Spaß gefragt, warum wir dann immer so hart trainieren. Da hat er nur gelacht und gesagt: „David, fußballerisch muss ich dir nichts beibringen. Aber die andere Seite gehört im Fußball auch dazu. „Wir beide haben super zusammengearbeitet, aber leider kommt nicht jeder Spieler mit seinen Methoden klar.

Wie war´s mit Martin Jol und Patrick Kluivert?
Martin Jol ist als Typ wie ein Papa für die Spieler. Du kannst mit ihm über alles reden. Nicht nur über Füßball. Patrick Kluivert hingegen ist wie ein Freund für alle. Bei Twente kam er gerne mal in die Kabine und sagte: „Jungs, warum ist die Musik denn nicht an?!“ Er hat immer gute Laune und verkörpert die klassische Ajax-Schule. Im Training hieß es häufig: „Diese Übung haben wir unter Louis van Gaal auch in Barcelona gemacht.“ Das beeindruckt Junge Spieler natürlich. Ich hoffe, er macht noch Karriere als Cheftrainer.

Mit Jeddeloh II gehen Sie mit einem großen Vorsprung in die Abstiegsrunde. Kann es für Sie noch gefährlich werden?
Im Fußball ist immer alles möglich (lacht). Aber ehrlich: Mit unserer Qualität darf da nichts mehr schiefgehen.

Quelle: KICKER 2022

 



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